Löschung nicht zustande gekommende Angebote

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Steve Rückwardt
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Re: Löschung nicht zustande gekommende Angebote

Beitragvon Steve Rückwardt » Fr 29. Jun 2018, 08:55

zu
naja, dass grundsätzlich nicht gelöscht werden darf, ist ja keine "Sichtweise", sondern kann man ja in den GoBD nachlesen
und
Ein versandtes Angebot ist ein Handelsbrief und der ist nun einmal sechs Jahre aufzubewahren, auch wenn kein Vertrag zustande gekommen ist
habe ich eine Frage: wo steht das denn konkret? Im benannten § lese ich heraus, dass die Aufbewahrung alle Unterlagen betrifft die steuerlich relevant sind. Ein Angebot, das zu keinem Auftrag führt und klar ist, dass es dies nicht tut, hat meiner Sichtweise nach keine steuerliche Relevanz.
Aber nur weil die Preisbindung abgelaufen ist, die nur einige Wochen/Monate dauert, ist der Auftrag noch nicht abgelehnt.
Ja, ist klar. Aber es soll ja Kund:innen geben, die auch kommunizieren, dass das AG nicht angenommen wird. ;)
Beste Grüsse

Steve
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Re: Löschung nicht zustande gekommende Angebote

Beitragvon Udo Netzel » Fr 29. Jun 2018, 09:35

Hallo Steve,
habe ich eine Frage: wo steht das denn konkret? Im benannten § lese ich heraus, dass die Aufbewahrung alle Unterlagen betrifft die steuerlich relevant sind.

Grundsätzlich empfehle ich das amtliche Schreiben vom Bundesfinanzministerium: https://lexwiki.de/wp-content/uploads/G ... reiben.pdf. Dann kann man es auch noch hier nachlesen: https://www.haufe.de/finance/finance-of ... 88150.html
Ein Angebot, das zu keinem Auftrag führt und klar ist, dass es dies nicht tut, hat meiner Sichtweise nach keine steuerliche Relevanz.
Im § 147 Absatz 1 Nummer 2 AO steht nichts von "steuerlicher Relevanz", sondern nur von "abgesandten oder empfangenen Handelsbriefen". Und ein "Handelsbrief" kann auch ein Telefax oder eine E-Mail sein. Deshalb ist es ja inzwischen auch notwendig, dass alle E-Mails aufbewahrt werden. Auch dazu steht was im oben verlinkten BMF-Schreiben.
Freundliche Grüße aus Berlin

Udo Netzel
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Re: Löschung nicht zustande gekommende Angebote

Beitragvon Steve Rückwardt » Fr 29. Jun 2018, 11:58

Grundsätzlich empfehle ich das amtliche Schreiben vom Bundesfinanzministerium
Ok, dort lese ich unter 1.3 (Hervorhebung durch mich):
Neben den außersteuerlichen und steuerlichen Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen zu Geschäftsvorfällen sind alle Unterlagen aufzubewahren, die zum Verständnis und zur Überprüfung der für die Besteuerung gesetzlich vorgeschriebenen Aufzeichnungen im Einzelfall von Bedeutung sind
Weiter lese ich:
Form, Umfang und Inhalt dieser im Sinne der Rzn. 3 bis 5 nach außersteuerlichen und steuerlichen Rechtsnormen aufzeichnungs- und aufbewahrungspflichtigen Unterlagen (Daten, Datensätze sowie Dokumente in elektronischer oder Papierform) und der zu ihrem Verständnis erforderlichen Unterlagen werden durch den Steuerpflichtigen bestimmt. Eine abschließende Definition der aufzeichnungs- und aufbewahrungspflichtigen Aufzeichnungen und Unterlagen ist nicht Gegenstand der nachfolgenden Ausführungen. Die Finanzverwaltung kann diese Unterlagen nicht abstrakt im Vorfeld für alle Unternehmen abschließend definieren, weil die betrieblichen Abläufe, die aufzeichnungs- und aufbewahrungspflichtigen Aufzeichnungen und Unterlagen sowie die eingesetzten Buchführungs- und Aufzeichnungssysteme in den Unternehmen zu unterschiedlich sind.
Angebote, die nicht zum einem Auftrag geführt haben, sind mMn für keine Überprüfung der Besteuerung von irgendetwas relevant.
Im § 147 Absatz 1 Nummer 2 AO steht nichts von "steuerlicher Relevanz"
Ja, unter 2 steht was aufzubewahren ist. (3) nimmt auf darauf Bezug und dort steht u.a.:
soweit und solange die Unterlagen für Steuern von Bedeutung sind
Ferner ist als Handel- bzw. Geschäftsbrief definiert, was zur Vorbereitung, Durchführung oder Rückgängigmachung eines Handelsgeschäfts in Verbindung steht. Da ein Angebot, was nicht angenommen wird, auch kein Handelsgeschäft zur Folge hat, ist dieses mMn auch nicht aufbewahrungspflichtig. Haufe sieht dies offenbar auch so, denn hier schreibt man explizit:
Angebote, die letztlich nicht zu einem Abschluss führen, Prospekte, allgemeine Mitteilungen usw. brauchen nicht aufbewahrt zu werden.
Allerding schreibt Haufe in dem verlinkten Beitrag auch, dass Lieferscheine aufzubewahren sind. In AO §147 (3) steht jedoch explizit, dass die Aufbewahrungspflicht mit Empfang bzw. Versand der zugehörigen Rechnung endet. Dennoch kann ich diese in Lexware dann nicht löschen. :)
Beste Grüsse

Steve
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