Vorauszahlungssoll Umsatzsteuererklärung falsch

Hallo zusammen,
ich nutze Lexware Premium 2022. Bei der Umsatzsteuer-Erklärung trägt Lexware in die Zeile 168 (Vorauszahlungssoll) das Saldo des Kontos 3820 (Umsatzsteuervorauszahlungen SKR 04) ein. Das sind aber die geleisteten Vorauszahlungen, nicht das Vorauszahlungssoll. Mache ich etwas falsch oder ist das ein Fehler des Programms?
Danke für jeden Hinweis!
Günther Banholzer.

Hallo Günther,

herzlich Willkommen in der Community. :slight_smile:

Aber die Summe aller Vorauszahlungen eines Jahres sind doch das Vorauszahlungssoll. Oder missverstehe ich Dich?

Hallo Steve,

das Vorauszahlungssoll ist die Summe aller in den USt.-Voranmeldungen gemeldeten Werte (plus Sondervorauszahlung bei Dauerfristverlängerung). Je nachdem wann man die Funktion USt.-Erklärung aufruft, sind die Werte für Dezember (und evtl. November) zwar gemeldet, aber es ist noch keine Zahlung raus. Das Programm ignoriert die Monate, die zwar gemeldet, aber noch nicht bezahlt sind, weil es das Konto mit den Zahlungen verwendet. Man muss die gemeldeten Werte für den Zweck der Erklärung als bezahlt buchen, damit die Erklärung korrekt ist - danach natürlich wieder stornieren. Da kann ich aber auf die Funktion verzichten und gleich eine manuelle Erklärung auf Elster.de abgeben :wink:

LG, Günther.

Lexware-Support: „It’s not a bug, it’s a feature“ :astonished:

wewnn dann doch eher minus Sondervorrauszahlung. Wobei ich grad nicht verstehe worauf du hinaus willst. Die Sondervorrauszahlung wird ja dann mit der Dezemberzahlung verrechnet.

Anscheinend bin ich zu blöd, um mich verständlich auszudrücken :confused:

Vielleicht ist die Erklärung auf Elster.de besser verständlich:


Zeile 168

Vorauszahlungssoll ist die Summe der angemeldeten beziehungsweise festgesetzten Umsatzsteuer-Vorauszahlungen / Überschüsse aus dem Voranmeldungsverfahren einschließlich der Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung. Ob die Vorauszahlungen bereits entrichtet sind oder ob das Finanzamt einen Überschuss bereits ausgezahlt hat, ist für das Vorauszahlungssoll ohne Bedeutung.

Die von Lexware erstellte Umsatzsteuererklärung ist an der Stelle falsch, weil in Zeile 168 von Lexware die Summe der bereits geleisteten Zahlungen und nicht das Vorauszahlungssoll eingetragen wird. Man kann das Problem zwar umgehen, indem man z.B. entsprechende Buchungen manuell vornimmt, die Umsatzsteuererklärung erstellt und die Buchungen dann wieder storniert - so habe ich das auch gelöst. Das ist aber nicht der Sinn einer Programmfunktion zum automatischen Erstellen einer Steuererklärung…

Ach Quatsch. Ich habe schon verstanden, was Du meinst.

Ich kenne das auch nur so und wüsste aktuell nicht, wie es sich sonst lösen lassen sollte.

Diese Aussage verstehe ich nicht. Alles was in Deine UStErklärung einfliesst, wurde vorher von Dir gebucht. Wenn Du den Dez nicht buchst, wie soll er dann einfliessen? Es braucht ja eine Zuweisung für die Pos in der Erklärung und die kommt vom Konto und das passiert eben nur dann, wenn es gebucht ist.

Wie das zu lösen ist, ist eigentlich nicht mein Problem. Das Produkt für das ich bezahle hat eine Funktion „Umsatzsteuer-Erklärung“. Die erzeugt nur dann eine korrekte Erklärung, wenn ich vor dem Aufruf der Funktion das Vorauszahlungssoll ermittle, einbuche, die USt.-Erklärung mache und dann die Buchungen wieder storniere. Damit ist die Funktion „USt.-Erklärung“ weitgehend nutzlos, weil es weniger Aufwand ist die Erklärung manuell in Elster auszufüllen.

Auch wenn es wie gesagt nicht mein Job ist: Zu lösen wäre das Problem zum Beispiel, indem das Programm die über Elster gemeldete Werte aufzummiert oder auf spezielles Konto bucht, das nur diesem Zweck dient und ansonsten ignoriert wird. Wäre kein Hexenwerk. So lange es diese Funktion nicht gibt, fände ich es ehrlicher die Funktion „USt.-Erklärung“ durch diesen Hinweis zu ersetzen: „Bitte nutzen Sie für die USt.-Erklärung das Elster-Formular. Es ist uns zu kompliziert eine Lösung zu programmieren, die eine korrekte Erklärung ohne manuelle Vorarbeiten ermöglicht.“ Das hätte mir viel Zeit erspart :wink:

Alternativ zumindest dieser Hinweis: „Weil das Programm den Vorauszahlungssoll mit Hilfe des Vorauszahlungskontos ermittelt, kann die Funktion USt.-Erklärung erst genutzt werden, nachdem alle USt.-Zahlungen zum Vorjahr erfolgt und auf dem Vorauszahlungskonto verbucht sind.“

Wahrscheinlich habe ohnehin nur ich dieses Problem, weil sonst niemand auf die Idee kommt den Jahresabschluss samt Steuererklärungen schon im Januar zu machen…

Ich verstehe Deinen Ansatz. Aber die Erwartungshaltung teile ich nur bedingt. Eine Umsatzsteuererklärung erfordert Buchungen, aus welchen sich Ergebnisse ableiten, die in der Erklärung auftauchen. Ohne entsprechende Buchung keine korrekt Erklärung.

Das trifft auf alles zu, was wertemässig in die UStErklärung einfliesst.
Diesen Weg halte ich weder für falsch noch für so ungewöhnlich.

Ich denke es gibt schon noch ein paar andere, die die Abgabe derart früh durchführen. Die Regel wird es aber vermutlich nicht sein.