Umsatzsteuer-Senkung in Lexware buchhalter, LFO u.a.

Hallo zusammen!

Als sich die Umsatzsteuersenkung im 2. Halbjahr 2020 abzeichnete, dachte ich, daß die Umsetzung in Lexware-Buchhaltungsprogrammen kein großes Thema sei. Umso erstaunter war ich, daß eines Tages bei jedem Aufruf eines Fibu-Mandanten ein nerviges Fenster aufging, welches penetrant zum MwSt-Check aufforderte. Darin wurde auch noch erwähnt, daß man mit dem MwSt-Check „bestens gerüstet sei“, um die Buchhaltung mit den geänderten USt-Sätzen ab Juli 2020 zu bewältigen.

Abgesehen von der fragwürdigen Bezeichnung MwSt, welche im Programm selbst als USt / Umsatzsteuer geführt wird, war ich der Meinung, daß die USt-Satz-Senkung nicht eine Extrafunktion in Lexware wert ist. Also klickten wir es regelmäßig weg – wer weiß, was passiert, wenn man den Check macht. Nach dem Wegklicken kam noch ein Fenster mit der Info „Um korrekt mit Lexware buchhaltung buchen zu können, empfehlen wir Ihnen dringend den MwSt-Check durchzuführen.“ (2. Komma fehlte auch in der Originalmeldung!) So weit, so gut.

Dumm nur, daß ab Belegdatum Juli 2020 zu meiner Überraschung gar nichts mehr einzugeben ging. Also gut, dachte ich, machste doch mal den MwSt-Check…

Schön, daß man nun Belege mit Belegdatum nach dem 30.06.2020 auch wieder buchen kann. Das ist aber schon alles, was positiv am MwSt-Check ist.

Lexware hat einfach das Konto Umsatz 19% USt (z. B. SKR04 = Konto 4400) mit einer Funktion versehen, welche anhand des Belegdatums erkennt, welcher USt-Satz automatisch anzuwenden ist. Super Lösung. Beschriftung des Kontos ist geblieben. Also landen jetzt alle Umsätze des Jahres 2020 auf dem Konto 4400 (SKR04) – sowohl die 19%igen also auch die 16%igen. Müßte man da nicht die Beschriftung auf beispielsweise „Umsatz 19% USt/16% USt“ ändern? Aber wie kann man dann die Umsatzsteuer 2020 verproben?

Nächstes Problem: Debitorische Verbuchung von Rechnungen mit Datum ab 01.07.2020, aber einer Leistung, welche vor dem 01.07.2020 erbracht wurde. Da sich die Umsatzsteuer nun mal nicht nach dem Rechnungsdatum richtet, sondern da ein gewisses gesetzeskonformes Eigenleben entwickelt, soll die komischerweise 19% sein. Toll, gib so einen Beleg mal auf den gewohnten Umsatzkonten ein… Nach dem System Lexware nicht möglich. War da nicht mal eine Aussage von Lexware „Um korrekt mit Lexware buchhaltung buchen zu können, empfehlen wir Ihnen dringend den MwSt-Check durchzuführen.“? Ach nein, das kann nicht sein.

Oder folgendes, für diejenigen Buchhaltungen, welche nicht debitorisch buchen, also Einnahme-Überschuß-Rechner. Die erhalten per Überweisung im Juli Zahlungen zu Rechnungen aus dem Juni. Klar mit 19% USt, eigentlich. Kann man nicht buchen. Mir deucht erneut, gelesen zu haben, was den MwSt-Check so toll macht…

Ganz schlau dachte ich, buch‘ste einfach mal den Betrag mit Belegdatum 01.07.2020 auf Konto 4400 ein und änderst die Steuer auf „USt. 19%“, wie es ja korrekt wäre. Och nö, denkt sich’s Programm – hauste einfach mal ´ne Fehlermeldung ´raus: „Der Steuerschlüssel des Erlöskontos entspricht nicht dem in der Kontenverwaltung hinterlegten Schlüssel!“ Ha – warum kann man dann den USt-Satz beim Bebuchen von Automatikkonten überhaupt ändern? Soll das etwa eine Spielerei für den Buchhalter sein, damit der mal zur Abwechslung eine Fehlermeldung produziert? :unamused:

Ich versuche, mich in die Lage eines Laienbuchhalters hineinzuversetzen. Wird wohl nichts… :frowning:

Wäre es nicht logischer gewesen, daß Lexware einfach ein neues Konto „Umsatz 16% USt“ einrichtet? :bulb:

Halt – das gibt es schon? Nein! - Doch! - Ohh! Im SKR04 ist dies das Konto 4340. Heißt schön „Umsatz 16% USt“. Was soll dann der Zauber auf Konto 4400? :open_mouth: Man kann doch wohl von einem halbwegs verständnisvollen Softwarenutzer erwarten, daß Rechnungen mit 16% USt auf einem anderen Konto eingebucht werden müssen, statt auf dem bisherigen, zumal ja die Beschriftung auf 4400 geblieben ist und die Benutzung für 16%ige Umsätze somit „falsch“ ist.

Tut mir leid, daß es ein längeres Statement geworden ist. Aber es gibt so einige Baustellen im Programm Lexware buchhalter, die einfach frustrierend sind. Nicht erst diese mit der USt-Umstellung, schon seit langem ärgert mich so einiges. Ich versuche, die Probleme manuell auszubügeln. Entweder bekomme ich es hin, die Konten in der Kontenverwaltung wieder umzustellen oder ich nehme halt Umsatzkonten ohne Automatik und mach die UStVA - soweit notwendig – manuell über elster online.

Zugegeben – die Umstellung der Konten in der Kontenverwaltung geht schneller als das Verfassen dieses Textes. Jedoch kann ich nicht mehr alles so widerspruchslos hinnehmen, schließlich ist das Programm Lexware keine Freeware…

Mit freundlichen Grüßen

Ronald

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Ja mei… wirklich ein arg langes Statement. :open_mouth:
Sicher hat das Programm ab und an Ecken… aber ehrlich - ich kenne keines was IMMER zu 100% funzt.

Bei Erlösen (Umsatz) wird es doch von Lexware auch umgesetzt.
Deshalb verstehe ich Deine Anmerkung nicht:

Wäre es nicht logischer gewesen, daß Lexware einfach ein neues Konto „Umsatz 16% USt“ einrichtet? > :bulb:

Erlöse 19% - SKR03 Konto 8400 / SKR04 4400
Erlöse 16% - SKR03 Konto 8340 / SKR04 4340

Bei Erlösen (Umsatz) wird es doch von Lexware auch umgesetzt.
Deshalb verstehe ich Deine Anmerkung nicht:

Wäre es nicht logischer gewesen, daß Lexware einfach ein neues Konto „Umsatz 16% USt“ einrichtet? > :bulb: >

Erlöse 19% - SKR03 Konto 8400 / SKR04 4400
Erlöse 16% - SKR03 Konto 8340 / SKR04 4340

Ist ja gut und schön - man kann aber auf den 19%-Konten keine Umsätze zu 19% mit Belegdatum nach dem 30.06.2020 buchen, es sei denn, man ändert die Kontenfunktionen…
Das Problem wäre sicher nicht gegeben, wenn Lexware „einfach nur“ neue Konten für die anders besteuerten Umsätze eingerichtet und die bisherigen nicht anrührt hätte.

Sicher hat das Programm ab und an Ecken… aber ehrlich - ich kenne keines was IMMER zu 100% funzt.

100% - die Idealquote - hat sicher kein Programm. Aber daß das Programm „ab und an“ Ecken hat, ist untertrieben.

Ist ja gut und schön - man kann aber auf den 19%-Konten keine Umsätze zu 19% mit Belegdatum nach dem 30.06.2020 buchen, es sei denn, man ändert die Kontenfunktionen…
Das Problem wäre sicher nicht gegeben, wenn Lexware „einfach nur“ neue Konten für die anders besteuerten Umsätze eingerichtet und die bisherigen nicht anrührt hätte.

Ah nun verstehe ich Dich korrekt. Du beziehst Dich auf die Steuerautomatik beim 8400.
Das stimmt natürlich. Hatte ich noch gar nicht bemerkt da wir immer zeitnah unsere Ausgangsrechnungen stellen und buchen.
Mh - kann/darf man diese Automatik hier denn einfach löschen??? Also die 16% Steuer entfernen?
Dok1.pdf (88.5 KB)

Da mein Beitrag nicht vollständig geladen wurde (z. Zt. habe ich Probleme mit diesem Forum):
Die Konten sind so von der DATEV vorgegeben - beschwere dich dort! Lexware hat - um den Steuerberaterexport weiterhin ohne weitere Umgliederungen machen zu können - sich streng an de Vorgaben der Datev gehalten.
Du sollltest dir den ab 1.7.2020 gültigen Kontenrahmen von den Seiten der Datev herunterladen und prüfen, wo du neue Konten einrichten msust und wo nicht (es gibt nämlich durchaus Ausnahmen).

Lieber Ecrivian,
demnach ist die Antwort auf meine Frage also: Nein.
Besten Dank.

Du sollltest dir den ab 1.7.2020 gültigen Kontenrahmen von den Seiten der Datev herunterladen und prüfen,
wo du neue Konten einrichten msust und wo nicht (es gibt nämlich durchaus Ausnahmen).

—> bin davon ausgegangen das nach dem Update alles passt.
Mh… neuen Kontenrahemn der Datev runterladen… ie pflege ich den dann hier in Lexware für meinen SKR03 dann ein?

Seltsamer Berater, der nicht einmal die Vorgaben der DATEV kennt. Welche Vorgabe macht er dir denn für 5%?? Da gibt es nämlich kein „altes“ Konto aus Zeiten vof 2007.
Ich füge dir den Änderungskontenplan der Datev hier bei (hoffentlich wird er angenommen für die Diskussion mit deinem Berater.
Geht leider nicht - unter 700 KB ist schon zu groß.
Hier der Link LEXinform online

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Denke schon das sie diesen kennt - arbeitet schliesslich damit. Lexware mache nur ich. ^^
Sie findet das wohl übersichtlicher in Hinblick auf Kontrolle und so.
Ich persönlich würde auch lieber nur das 8400 ansprechen mögen. Aber was tut man nichtalles um seinen STB glücklich zu machen. :laughing:
Werde mal mit Ihr sprechen…
Vielen Dank und schönen Tag.

Also den Haken bei Automatikkonto würde ich nicht entfernen. Die Eigenschaften, also den Steuersatz bei jeweiligen Zeitraum kannst Du natürlich verändern. Das Konto kann dann aber nur mit dem dann jeweils gewählten Steuersatz im entsprechenden Zeitraum bebucht werden.