Privateinlage von Handelswaren

Ich verzweifle leider an dem Thema Privateinlage.

Kann mir bitte jemand helfen, wie ich es richtig buche, wenn ich zum Verkauf gedachte Waren in das Unternehmen einlege und damit auch Betriebsausgaben (in Höhe ihres Wertes) verursachen möchte?

Wenn keiner eine bessere Lösung hat (Lexoffice hat von solchen Buchungen meist noch nie was gehört):
Du buchst eine Privateinlage in Bank oder Kasse, und danach einen Wareneingang aus Bank oder Kasse.
Entspricht zwar nicht grad den GoB, aber dürfte dein Problem lösen.

Hallo und danke für deine Antwort.

Diese Lösung habe ich tatsächlich auch mal im Internet irgendwo gelesen. Da frage ich mich, verwende ich dann bei beiden Buchungen denselben Beleg? Ich habe ja nur den Eigenbeleg über die Einlage, der dann gleichzeitig ein fiktiver Wareneinkauf sein soll.
Aber ja, vermutlich führt das zu dem gewünschten Ergebnis. Aber wenn das nicht GoBD-konform ist, welche Vorgehensweise wäre es denn dann?

Ich meine LexOffice wirbt doch damit, dass Buchungen weitestgehend automatisiert werden, ich würde also ja erwarten, dass die Automatik dann auch die richtige Buchung vornimmt.
Gebucht wurde durch die Automatik:
1371 Verrechnungskonto EÜR an 10001 (das bin ich als Lieferant)
10001 an 1890 Privateinlagen

Das führt zu einem Eintrag in Zeile 123 der EÜR, aber generiert keine Betriebsausgabe.
Es kann aber doch nicht sein, dass bei einer Veräußerung der Ware der volle Erlös zu versteuern wäre, oder?

1 „Gefällt mir“

Das scheint ja angesichts der mangelnden Antworten ein schwieriges Thema zu sein.
Ich versuche es einmal anders.
Der richtige Buchungssatz wäre doch Wareneingang an Privateinlage, oder?
Wie generiere ich diesen Buchungsatz über die LexOffice-Oberfläche?

Hallo mehrunes82,

ich habe es richtig verstanden, dass der Wareneingang bereits als solcher verbucht wurde und nun diese Ware für Privatzwecke entnommen wurde, ja?

Nein, ich lege Handelswaren (erworben privat vor Unternehmensgründung) in das Unternehmen ein, um sie später zu verkaufen.
Ziel ist es, dass der Teilwert der Einlage Betriebsausgaben verursacht, da ich bei späterem Verkauf ja nicht den Gesamterlös als Gewinn versteuern möchte.

Na dann würde ich die Buchung als Wareneinkauf erfassen und bei Bezahlung Privat nehmen.

Ob das steuerrechtlich alles passt, kann ich nicht beantworten. Müsstest Du mit dem Steuerbüro abklären.

Das Steuerbüro sagt Wareneinkauf an Privateinlage.

Aber ich kann ja bei LexOffice nicht buchen wie ich will.
Je nachdem was ich anklicke, kommt halt ein bestimmter Buchungssatz raus.
Ein Stückweit erwarte ich da auch dass ich mich auf die Software verlassen kann und man nicht immer auf den Steuerberater verwiesen wird. Ich weiß dass hier keine Steuerberatung erfolgen darf, aber so ein Fall wird ja irgendwie steuerlich korrekt zu buchen sein und ich denke da haben 3 Steuerbüros auch keine 4 Meinungen.
Da muss die Software doch auch irgendwie dann das Richtige tun oder sehe ich das falsch?

Hast du mal ausprobiert und geschaut was lexoffice macht, wenn du ein Beleg als Ausgabe mit der Kategorie Wareneinkauf erfasst und wie Steve sagte unten dann gleich als privat bezahlt markierst.

Die Buchungen kann man sich dann ja anschauen.
Sollte eigentlich genau das sein, was Steuerbüro gesagt hat.

Und diese Aussage unterscheidet sich dann wie genau von dem was ich geschrieben habe? :slight_smile:

Weil das halt nicht das ist, was LexOffice bucht. Wenn man privat bezahlt markiert, wird ein Verrechnungskonto EÜR bebucht. Von Privateinlage sieht man nichts, die entsprechenden Felder in der EÜR werden dadurch auch nicht gefüllt. Also passiert ja nicht das, was das Steuerbüro empfohlen hat.

Hast du denn im Steuerburo explizit erwähnt, dass du mit lexoffice arbeitest?
wie du schon sagtest, in lexoffice hast du nicht die Möglichkeit selber so zu buchen, wie es in der richtigen Buchaltungssoftware geht.

Aber Dein Fall sieht nach dem, was die oben schon vorgeschlagen wurde.
Du hast die Ware gekauft und privat bezahlt.

Alternativ kannst du versuchen statt Wareneinkauf Privateinlage zu nehmen, hier kannst du jedoch keine Vorsteuer geltend machen. Wie es sich auf Betriebsergebnis auswirkt kann ich aber nicht sagen.

Wie @hotfix bereits schreibt: lexoffice ist kein Buchhaltungsprogramm. Bestimmte Abläufe, die eine „normale“ Buchhaltungssoftware bereitstellt, sind hier teilweise nicht möglich. Die Zielgruppe sind kleine Handwerker:innen und Freiberufler:innen etc. die keine Ahnung von Buchhaltung haben und sich auch nicht damit befassen möchten.

Die Anbindungsoption an Steuerbüros ist nicht ohne Grund. Das Steuerbüro muss zum Jahresende verschiedene Umbuchungen und Abschlussbuchungen durchführen. Da gehört es auch dazu, diese Verrechnungskonten zu „verarbeiten“ und diese Dinge dann „geradeziehen“.

Ich empfehle das mit den Steuerbüro zu besprechen, wie hier Eure Zusammenarbeit aussieht. Kooperieren sie mit lexoffice, also arbeiten sie mit der Anbindung etc. Welche Abläufe gibt es? Auf was sollt Ihr achten? etc etc etc…

Wenn Du wirklich selbst buchen möchtest, also mit eigenen Konten gezielt Soll und Haben buchen willst etc. ist es evtl. auch nicht die passende Lösung für Dich.

Das kann sein dass ich hier die falsche Erwartungshaltung hatte. Es wurde halt überall lexoffice oder sevdesk empfohlen für Kleinunternehmen mit EÜR.
Ich hatte gehofft, dass mir die Buchhaltung weitestgehend abgenommen wird und ich dann auf Knopfdruck am Jahresende die EÜR erstellen kann. So wird es ja auch ein Stückweit beworben.
Wenn ich ohnehin das Steuerbüro damit beauftragen „muss“, dann würde es ja auch reichen, nur die Belege zu sammeln.
Dann muss man sich ja überlegen, ob man sich nicht besser die Abogebühren und die Zeit spart, wenn man dann trotzdem noch Ausgaben für den Steuerberater hat.
Okay, das ist eine andere Frage, danke bis hierher.

Man muss kein Steuerbüro beauftragen.
Man kann es aber tun, wenn man selbst keine Entscheidung treffen möchte und Verantwortung nicht übernehmen möchte.

Ich denke die grundlegende Funktionalität ist in lexoffice gegeben.

Es gibt immer wieder Sonderfälle oder komische Rechnungen, die etwas komplexer sind, aber generell ist aus meiner Sicht für eür total ausreichend.

Die Steuerberater buchen bestimmte Fälle um, weil die wahrscheinlich mit deutlich professionellen Werkzeugen arbeiten, da sie auch Großkunden haben und alles auf eine Struktur bringen.

Bis jetzt konnte ich die Daten aus der Eur Übersicht immer in meinem Steuerprogramm übernehmen und soll die Steuererklärung selber machen.

Aber genau das passiert doch auch.

Dem kann ich so nicht zustimmen. Wenn Du dem Steuerbüro eine Kiste mit Belegen hinstellst bzw. einen Ordner mit digitalen Belegen übergibst, machen die das auch, aber es wird teurer, da sie es eben alles noch selbst buchen müssen. Wenn Du lexoffice oder ähnliche Anwendungen nutzt, dann ist ein nicht unwesentlicher Teil der Buchhaltung schon fertig. Es wird ein paar Umbuchungen geben, Abschlussbuchungen etc., aber die Rechnung dafür sollte geringer ausfüllen, als wenn das Steuerbüro alles macht.

Zudem hast Du so wesentlich schneller einen besseren Überblick über die Unternehmensfinanzen, als wenn die Auswertungen erst mit 2-3 Monaten Verzug vom Steuerbüro kommen.

Rein theoretisch würde es ja reichen, wenn Du alle Einnahmen erfasst und alle Ausgaben und die Differenz und das dann in die jeweiligen Formulare für die Steuererklärung eingibst. Aber wenn man ein Unternehmen führt, dann will man das eigentlich nicht, sondern möchte schon einen etwas datailierteren Überblick über die Verteilung der Einnahmen und Ausgaben haben. Dafür braucht es die Buchhaltung.

Also jetzt mal so ein Gedanke… Du leggst dich selbst als kreditor an…

  1. Buchung: du Buchst dann verbindlichkeiten an Bank
  2. Buchung. : bank an privateinlage (wäre ja dann die gegenbuchung)

Ist nur so ein Gedanke, bitte korrigiert mich wenn ich da falsch liege