Lexware das richtige ?

Guten Abend,

ich würde gerne wissen ob eines der Laxware Programme auch auf einen Pflegedienst abgestimmt ist. Am Montag habe ich mit einem Mitarbeiter von Lexware gesprochen Ihm erklärt was ich mit dem Programm gerne machen würde und er hat mir nun erstmal büro easy plus empfohlen.
Das ist allerdings nicht ganz das was ich mir vorgestellt habe.

Ich müsste jetzt mit Lieferanten und Kunden arbeiten. Ich würde gerne wissen ob ich auch mit z.B. mit Krankenkassen, Patienten und im Idealfall auch mit Gesellschaftern arbeiten kann.

Das ganze wäre für mich der Einstieg in die Buchhaltung und die Arbeit mit einem Buchhaltungsprogramm.

Ich würde mich also freuen wenn mir jemand einen Tip geben könnte welches Programm für einen Pflegedienst geeignet wäre.
Wenn Ihr wissen müsst was ich alles genau mit dem Programm machen möchte lasst es mich wissen.
Entscheident ist allerdings erstmal ob es Etwas auf einen Pflegedienst abgestimmtes gibt.

Vielen Dank im Voraus

Gruß elgoog

Hallo elgoog,

Lexware bietet Standard-Software, also Softwareanwendungen, welche für eine recht breite Anwendungsbasis gedacht sind. Speziell für Pflege gibt es von Lexware kein Produkt.

Bedingt kann es natürlich dennoch für Deine Anwendungsszenarien genutzt werden, ich persönlich denke jedoch, dass es z.B. für die Leistungsabrechnung mit Kassen und Behörden eher nicht passt bzw. im Praxiseinsatz zu komplex wird, um noch vernünftig damit arbeiten zu können.

Da ist dann evtl. Branchensoftware doch besser geeignet - aber natürlich auch preislich in einer anderen Liga.

Du kannst aber dennoch gern Dein Einsatz- und Anwendungszenario schildern, so dass wir besser einschätzen können, was geht und was eben nicht. :slight_smile:

Hallo Steve,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Dann probiere ich nun mal zu erklären was ich mit einem Programm vor habe.

Also wir sind ein Pflegedienst mit einigen Gesellschafter (GbR).
Jeder Gesellschafter ist quasi ein eigenes Team mit „eigenen“ Mitarbeitern und Patienten. Wir rechnen am ende des Monats die erbrachten Leistungen der Gesellschafter ab. Das ganze machen wir über ein Abrechnungsprogramm für Pflegedienste. Das Programm ist leider ein wenig unübersichtlich was gezahlte Rechnungen, offene Rechnungen usw. angeht. Wir erstellen die Rechnungen für alle am Patienten erbrachten Leistungen, und schicken diese als Sammelrechnung an ein Factoring Unternehmen.

Ich würde die Rechnungen einfach gerne genauer überwachen. Es passiert oft das eine an den Gesellschafter schon ausgezahlte Rechnung nachträglich gekürzt wird weil z.B. an einem Tag eine Leistung zuviel abgerechnet wurde. (Wir bekommen das Geld der gezahlten Rechnungen auf unser Konto und verteilen es dann die Gesellschafter) Da dies öfter vor kommt und es mit unserem Programm nicht zu überwachen ist wem jetzt noch Geld abgezogen werden, oder ausgezahlt werden muss wäre ein Programm was dies ermöglicht super.
Am liebsten würde ich die einzelnen Rechnungen den Gesellschaftern direkt zuordnen.

Eine Übersicht der Gesamten Kosten und Einnahmen würde ich auch gerne regelmäßig erstellen. Durch unsere Gesellschafter ändert sich oft die Personalsituation. (Auch die Personalkosten werden den Gesellschaftern zugeordnet)

Ich hoffe ich konnte einigermaßen darstellen was ich mit dem Programm vorhabe.

Wenn nicht probiere ich es morgen nochmal.

Gruß elgoog

Hallo elgoog,

ich habe schon seit Jahren einen Mandanten, der im Bereich Hausnotruf und Pflegeergänzung arbeitet.
Ich kann mir daher vorstellen was du meinst.

Vorab kann man sagen, daß die Buchhaltung und Lohnbuchhaltung da unproblematisch sind.
Das ist auch nichts anderes als in anderen Branchen und könnte man mit Lexware problemlos gemacht werden.

Die Wawi ist in der Tat in dem Bereich sehr komplex.
Bei meinem Mandanten wird dort mit einer Spezialsoftware gearbeitet.

Wenn ich diese Branchenlösung und die Lexware Wawi vergleiche ( wobei ich dazu sagen muss, daß ich bei Lexware kein ausgewiesener Wawi-Experte bin ),
dann denke ich man könnte das auch mit Lexware lösen.

Ich muss allerdings auch hier dazu sagen, daß ich nur Lexware kenne.
Mit Büro easy, Quicken etc. habe ich noch nie gearbeitet.
Ich spreche hier also von Lexware ( Standard-, Pro- und Premium-Versionen ).

Je nachdem wie groß ihr seid, sollte man allerdings von den Anwendungsmöglichkeiten her m.E. nur über die Pro/Premium-Versionen reden.
Dort gibt es ( neben dem größtmöglichen Kundenvolumen ) auch die maximalen Anwendungs- und Auswertungsmöglichkeiten.
Da die Bevölkerung altert, boomt der Pflegebereich ja und ( zumindest in dichtbevölkerten Regionen, wie hier bei uns in Stuttgart ) hat man schnell
so viele Kunden, daß die Standardversionen nicht so geeignet sind.
Bei meinem Mandanten sind das 5.000 Kunden. Da gehen die Standardversionen in die Knie.

Wichtig ist eben, daß man von Anfang an sehr sauber die Kostenträger ( Selbstzahler, Pflegekassen, Kooperationspartner ( z.B. Diakoniestationen )) anlegt.
Ebenso die Artikel ( Pflegeleistungen, Zusatzleistungen etc. ).

Wie schon gesagt, wenn ich die Möglichkeiten der bei uns eingesetzten Branchensoftware ( die letztlich auch eine excelbasierte Lösung ist ) und der
Lexware Wawi anschaue, dann geht das durchaus.

Der Vorteil einer integrierten Lösung wie z.B. der Neuen Steuerkanzlei ist der, daß man dann eben auch relativ einfach die Querverbindung zur Fibu hat.
Wie du ja selbst weißt, sind die Zahlungsmodalitäten der Pflege-/Krankenkassen derart chaotisch, daß man sich wirklich fragt ob die noch alle Latten am Zaun haben.

Da werden Leistungen für Patienten bezahlt, die schon seit Monaten verstorben sind. Dafür werden für lebende Patienten keine oder nur Teilzahlungen gemacht.

Bei uns sind das jeden Monat um die 60 Rechnungen wo die Zahlungen nicht mit den Rechnungen ( i.d.R. durch Fehler der Kassen ) nicht übereinstimmen.
Und das lässt sich dann in der Fibu besser managen als in der Wawi.

Aber - wie schon gesagt - bei der Einrichtung der Wawi sollte man sich vorher schon ein möglichst genaues Konzept ausgedacht haben.

Die Zuordnung der Umsätze auf die Gesellschafter würde ich ohnehin eher in der Buchhaltung machen, als in der Wawi.

Nabend,

danke für deine Antwort.

Von den 5000 Patienten sind wir weit entfernt. Ich denke wir bewegen uns eher in dem Bereich von 200 Patienten.

Mit wawi ist der Bereich in dem die Abrechnung der Leistungen bzw. die Zahlungen von den Kassen für die erbrachten Leistungen am Patienten gebucht werden ? Anstatt Waren z.B. ein Reifen in diesem Fall eine Dienstleistung ?

Stehe scheinbar gerade mal wieder aufm Schlauch. :blush: :blush: :blush:

Ja recht hast du mit der Zahlungsmoral der Kassen. Schön das mich mal jemand versteht. :slight_smile:

Gruß
elgoog

Hallo elgoog,

ja die Warenwirtschaft ( Wawi ) umfasst - etwas untechnisch gesprochen ) den ganzen Bereich von der Kundenaquise über die Angebotserstellung,
Auftragsbestätigung, Materialbeschaffung ( inkl. Lagerhaltung ), bis zur Endabrechnung der Leistungen.
Vereinfacht gesprochen: Vertrieb, Einkauf und Produktion.

Und bei dir gibt es dann eben zwei ( oder evtl. auch mehr ) große Bereiche bei den Artikeln, bzw. Artikelgruppen.

Der Hauptbereich sind vermutlich die unterschiedlichen Pflegeleistungen, die du anbietest.

Das könnte z.B. sein ( nagel mich in dem Bereich bloß nicht fest :smiley: )

  • einfacher Hausbesuch ohne weitere Tätigkeit
  • Verbandswechsel
  • Medikamente verabreichen
  • Patient waschen
    etc.

Ein weiterer Bereich ist dann das Material, das du ja sicher auch einkaufen und lagern musst. Also z.B.

-Heftpflaster
-Verbandsmaterial ( ausdifferenziert nach den unterschiedlichen Fabrikaten )
-Spritzen

etc.

Wenn du dir die Rechnungen eines Arztes an seine Privatpatienten vorstellst, dann ist das in etwa so aufgebaut.

Je weiter du das ausdifferenzierst umso besser kannst du dann hinterher Auswertungen erstellen, die dir sagen welche Leistungen gehen und welche nicht,
bzw. welches Material du in welchen Mengen benötigst.

Bei den Kostenträgern ( also diejenigen, die dann die Rechnungen bekommen ( die „Kunden“ ), haben wir das so aufgeteilt, daß wir

die Kundennummern von 10000 - 19999 für die Diakoniestationen und Pflegeheime benutzen,
die Kundennummern von 20000 - 29999 für die Pflegekassen und
die Kundennummern ab 30000 aufwärts für die Privatkunden ( also für z.B. IGEL-Leistungen ).

Wobei man bei den Privatkunden nicht für jede „Eintagsfliege“ ein eigenes Kundenkonto anlegen sollte.
Sondern nur dann, wenn man weiß, daß der Kunde z.B. monatlich eine Rechnung bekommt und das über einen längeren Zeitraum.

Ich hoffe das hilft etwas weiter.
Wenn nicht, dann einfach fragen. :smiley:

Viele Grüße
Marcus

Guten Abend,

so weit muss es bei uns garnicht gehen.

Ich habe mir anders vorgestellt.

Am Anfang des Monats erstelle ich über unser Pflegeprogramm alle Rechnungen anhand der Leistungsnachweise. (Da setehen alle erbrachten Leitungen drauf die abgerechnet werden) Mit dem Pflegeprogramm kann ich die erstellten Rechnungen direkt an das Factoring Unternehmen schicken welches uns dann die Gesamten Forderungen abkauft. Die überprüfen die Belege und Kaufen uns dann Forderungen im Wert von z.B. 100.000 € ab. Das wird dann in einer Sammelrechnung zusammengefasst. Direkt Geld von den Krankenkassen bekommen wir also garnicht.

Ich würde diese Sammelrechnung dann quasi gerne auseinander nehmen. Ich bekomme zwar nur einen Betrag aufs Konto den ich aber gerne aufteilen möchte.

z.b. Gesellschafter A hat einen Umsatz von 15.000 € mit 15 Patienten erwirtschaftet.

Jeder Patient 1.000 € Umsatz

Ich würde diese einzelnen Rechnung gerne als Forderungen gegenüber dem Kostenträger und Verbindlichkeit gegenüber dem Gesellschafter buchen. So das ich sehe der Kostenträger(Geld kommt von dem Factoring Unternehmen) hat die 1.000 € an uns überwiesen(oder halt einen geringeren Betrag weil etwas falsch abgerechnet wurde) und dann wird die Verbindlichkeit durch überweisen an den Gesellschafter ausgeglichen.
So kann ich dann auch direkt differenzen in den Zahlungen erkennen und korrigieren(Kann ich auch so aber auf einem denke ich umständlich und deutlich unübersichtlicherem Weg).

So ist erstmal der grobe Plan für die Zahlungen mit den Gesellschaftern. Ich hoffe so ist es irgendwie machbar und ich kann drauf aufbauen.

Ich denke ich werde mal anfangen mir da irgendwie was zu basteln wenn ich das hinbekomme. Über Tips bin ich natürlich weiterhin dankbar.

Nur als Info falls irgendwie relevant.
Diese Lösung mit dann ja evtl. Lexware ist eigentlich erstmal nur um mir die Arbeit zu erleichtern und etwas zu lernen. Gehaltsabrechnung und alles andere was so anfällt macht der Herr Steuerberater. Ich werde mich allerdings nächstes Jahr mit ihm zusammensetzen und schauen was ich im Bereich Buchhaltung übernehmen und vorbereiten kann.

Einen schönes Wochenende
Gruß

elgoog

Hallo elgoog,

also ganz ehrlich würde ich das nicht in einer Wawi zusammenbasteln.

Wenn die Leistungen ohnehin aus dem Pflegeprogramm abrufbar sind.
Warum stellst du dir das dann nicht entsprechend in einer Excel-Tabelle zusammen und nimmst diese als Buchungsbeleg für die Fibu?

Forderungen, Verbindlichkeiten, OPOs und Zahlungsdifferenzen sind doch eigentlich ein Thema der Buchhaltung.

Viele Grüße
Marcus

Moin Marcus,

ich bin ja auf der Suche nach einer Lösung und hatte mich ja nicht wirklich auf irgendetwas eingeschossen. Wenn du sagst mit wawi sowas zu machen ist nicht sinvoll lasse ich es. Da noch nie mit einem Buchhaltungsprogramm gearbeitet habe und auch sonst kaum Erfahrung in diesem Bereich habe dachte ich vielleicht ist es mit einem Buchhaltungsprogramm einfach „besser“ zu überwachen. Wenn irgendwo noch offene Posten sind lassen diese sich ja quasi dann auf einer Seite mit dem Programm anzeigen.

Wie gesagt ich dachte halt es wäre angenehmer das ganze mit Lexware zu überwachen als mit Excel.

Ich hoffe ich habe jetzt nichts falsch verstanden und kenne vielleicht den Unterschied zwischen FiBu und Wawi nicht wirklich. :unamused:

Gruß

elgoog

Hallo elgoog,

naja was soll ich dazu sagen?
So wie du es beschreibst, brauchst du ja keine klassische Wawi, die Einkäufe, Aufträge und Lagerbestände führt.

Das machst du ja mit deinem Pflegeprogramm.
Offene Posten werden schneller und besser in der Finanzbuchhaltung überwacht.

Wenn du die Fibu beim Steuerberater machen lässt, dann wird doch er dich auf die OPOs hinweisen.
Das musst du mit ihm besprechen und dann wird er vermutlich debitorisch buchen und dir die OPOs melden.

Wenn du die Buchhaltung selbst machen willst, dann ist in deinem Fall ( jedenfalls was ich aus deiner Aufgabenbeschreibung herauslese ) die Fibu besser geeignet.
Denn deine ganzen Abrechnungen machst du ja schon im Pflegeprogramm.

Du solltest dir dann also eher die Buchhaltung zulegen.
Allerdings ist das natürlich mit Vorsicht zu genießen.
Ein Buchhaltungsprogramm zu kaufen ist eine Sache.
Man muss sich dann aber auch entsprechend fachlich damit auskennen.

Auch wenn es relativ viele Buchungsvorschläge und andere Wissensdaten bei Lexware gibt.
Eine solide ( mindestens in den Grundlagen ) Ausbildung des Buchhalters ersetzt das alles nicht.

Viele Grüße
Marcus