Kleinunternehmer und §13b UStG

Hallo,

ich hätte da direkt mal etwas Verworrenes abzuklären. Vorweg die steuerliche Behandlung ist mir klar und vermutlich hab ich nur einen Knoten im Hirn oder steh auf der Leitung.

Zum Problem: Ich bin Kleinunternehmer und erhalte Leistungen aus dem Ausland (USA). Auf der Rechnung steht zwar nichts von Reverse Charge, aber irgendwie ist das ja dennoch in den Fällen selbstredend. Nun hab ich natürlich die entsprechenden Konten, die aber allesamt darauf ausgelegt sind, mit der Berechnung der Umsatzsteuer auch die Vorsteuer zu ziehen. Das darf aber bei mir nicht sein, hier darf nur die Umsatzsteuer berechnet werden, damit ich diese abführen kann.

Nun dachte ich mir, dass ich mir einen entsprechenden Steuersatz anlege, dazu ein neues Umsatzsteuerkonto (Kopie von 3837, SKR03) und eben beim Steuersatz kein Vorsteuerkonto eintrage. Soweit so gut, dieser Weg scheint aber total falsch zu sein. Der Steuerbetrag taucht in Zeile 85 mit einem Minus auf. Wo hab ich den Fehler gemacht? Oder gibts einen anderen Weg, um §13 b gerecht zu werden, aber keinen Vorsteuerabzug auszulösen?

Ich danke schonmal für Anregungen, Hilfestellungen und jedweden Tipp. :wink:

LG Nancy

Hallo NancyB,

hier ist nicht das EU-Recht zur Umsatzsteuer anzuwenden, sondern die Vorschriften zur Einfuhrumsatzsteuer. Im Prinzip läuft es ähnlich wie die Besteuerung nach § 13b UStG, aber eben nur ähnlich. Sie müssen auf jeden Fall eine Einfuhrumsatzsteueranmeldung machen - das geht nicht „automatisch“ wie bei der ZM für EU-Umsätze. Was hierfür alles notwendig ist (Einfuhrnachweise etc.) bitte nachlesen oder den/die Steuerberater fragen.

Gruß Ecrivain

Hallo,

danke für deinen Versuch, aber leider muss ich sagen, dass dies falsch ist. Da ich keine Waren nach D eingeführt habe, unterliegen diese Leistungen auch nicht der Einfuhrumsatzsteuer. Ich sagte auch in meinem Eingangspost, dass die steuerliche Behandlung klar ist und mir steht da ein sehr kompetenter Steuerberater zur Verfügung für Fragen aller Art.

Es geht einzig und allein darum, dass bei der Buchung zwar die Umsatzsteuer aufgeschlagen werden muss, aber sie darf eben nicht als Vorsteuer gleich wieder abgezogen werden. Eben weil ich Kleinunternehmer bin und damit nicht vorsteuerabzugsberechtigt.

LG Nancy

Hallo Nancy,

nun ja, also ein wenig verwirrend finde ich das schon und so ganz sicher, ob Du hier der steuerlichen Thematik sicher bist, bin ich nicht. :slight_smile:

Denn Du schreibst in Deinem Ausgangsposting:

erhalte Leistungen aus dem Ausland (USA). Auf der Rechnung steht zwar nichts von Reverse Charge, aber irgendwie ist das ja dennoch in den Fällen selbstredend

Also wenn Du Rechnungen aus den USA bekommst, wieso ist das denn dann Deiner Meinung nach §13b UStG und Reverse Charge, zumal Deiner Aussage nach diesbezüglich auch nichts auf der Rechnung vermerkt ist?

Und dies wird mit Deinem Steuersatz nicht erreicht? Gib doch mal Details zum Steuer- sowie auch dem Buchungssatz an - dann lässt sich dies ggf. ein Stück weit besser nachvollziehen.

Hallo Steve,

also die steuerliche Behandlung hat mir der Steuerberater so gesagt und ich wüsste jetzt auch keinen Grund, dass nicht zu glauben. Zumal bei einem Mandanten von mir bei eben solchen Rechnungen genauso verfahren wird (SKR 03 - 3123/3125). Und warum sollte dies nun bei mir völlig anders sein?

Normal wird bei solchen Rechnungen Umsatzsteuer aufgeschlagen und als Vorsteuer gleich wieder abgezogen. Da ich aber Kleinunternehmer bin, gibts den Abzug der Vorsteuer nicht. Aber natürlich muss ich die Umsatzsteuer zahlen.

Da ich die steuerliche Beratung zu diesen Rechnungen bereits hinter mir habe, will ich hier nun keinen steuerlichen Streit verursachen. Zumal das auch heikel ist, steuerliche Ratschläge zu geben, wenn man nicht gerade selbst Steuerberater ist.

Wenn also die Auslandsrechnung nicht mit meiner Steuerschuldnerschaft zu buchen ist, wie sollte man sie sonst buchen? Ist ja immerhin keine in D ausgestellte Rechnung.

Zum Buchungssatz selber (SKR04):
5925 an 1800 (als Steuerschlüssel wird hier vorausgewählt USt/VSt 19 % Bau)

Lexware erzeugt im selben Atemzug eine weitere automatische Buchung:
1407 an 3837

Mittlerweile buch ich ohne Steuerschlüssel und buche direkt danach die Umsatzsteuer entsprechend.

Gruß Nancy

Hallo,

ich schon!

Zumal bei einem Mandanten von mir bei eben solchen Rechnungen genauso verfahren wird (SKR 03 - 3123/3125). Und warum sollte dies nun bei mir völlig anders sein?

weil du die Kleinunternehmerregelung anwendest.

Normal wird bei solchen Rechnungen Umsatzsteuer aufgeschlagen und als Vorsteuer gleich wieder abgezogen. Da ich aber Kleinunternehmer bin, gibts den Abzug der Vorsteuer nicht. Aber natürlich muss ich die Umsatzsteuer zahlen.

nein, du bist ja Kleinunternehmer. Du buchst die Rechnung brutto ein, aber lässt den Steuersatz offen.

Da ich die steuerliche Beratung zu diesen Rechnungen bereits hinter mir habe, will ich hier nun keinen steuerlichen Streit verursachen. Zumal das auch heikel ist, steuerliche Ratschläge zu geben, wenn man nicht gerade selbst Steuerberater ist.

richtig, Steuerberatung können und dürfen wir hier nicht erteilen. Du solltest daher deinen Steuerberater noch mal explizit zu diesem Sachverhalt befragen und noch mal insbesondere auf deinen Status „Kleinunternehmer“ hinweisen. Letzteres hat er in seiner Antwort offenbar übersehen.

Hallo,

ich werd da nochmal nachfragen. Allerdings haben wir beim Telefonat eben genau über Kleinunternehmer gesprochen und das im DATEV diese Buchungen bei Kleinunternehmern nur mit Umsatzsteuer erfolgt.

Gleichzeitig habe ich auch diese Info erhalten:

"Dienstleistungen von ausländischen Unternehmen, egal welcher Art, gelten als in Deutschland erbracht nach § 3a UStG, entsprechend sind sie auch in Deutschland steuerbar, und nicht im jeweiligen Ausland.

Eingetragen wird ein solcher Rechnungsbetrag in der Umsatzsteuervoranmeldung, die Umsatzsteuer kann direkt wieder als Vorsteuer geltend gemacht werden, sofern der Unternehmer bzw. der Empfänger kein Kleinunternehmer ist – von der Umsatzsteuer befreite Kleinunternehmer müssen die Umsatzsteuer solcher Leistungen trotzdem abführen, dürfen aber keine entsprechende Vorsteuer geltend machen."

Das bestätigt wiederum meine Annahme und die Aussage des Steuerberaters, aber ich wart mal ab, was beim nächsten Kontakt dazu kommt. Wird die Aussage vom letzten Telefonat erneut bestätigt, ist die Sache zumindest klar. Für die Buchhaltung heißt es dann wohl immer selber die Umsatzsteuer extra buchen. :wink:

Gruß Nancy