Kilometerpauschale Unternehmer buchen

Hallo,

Ich habe schon viel zu dem Thema gelesen aber alles widersprüchliche Aussagen.

Mein Fall:

Ich bin Freiberufler und mein Wohnsitz ist gleichzeitig mein Betrieb.

Ich arbeite überwiegend bei Kunden vor Ort und für die Fahrten benutze ich mein privates PKW.
Alle KFZ-Kosten (Tanken, Reparatur, Inspektion Versicherung usw.) buche ich im Lexware Buchhalter SKR03 auf Privatentnahme 1800 da ich das Fahrzeug überwiegend Privat nutze.

Der Gesetzgeber sieht vor, dass auch Unternehmer Kilometerpauschale von 0,30€ pro Km gelten machen können.

Im meinem Fall 6500 km x 0,30 € = 1950,00 €

Die 1950,00 € sind rein fiktive Kosten die weder ausgezahlt werden noch auf einem Bankkonto sichtbar sind, sollen aber mein zu versteuerndes Einkommen senken.

Wie wird diese Summe gebucht?

Soll: ???
Haben: ???
Steuer: ???

An alle die Ihr Wissen beitragen, schon mal vielen Dank. Bitte wenn es geht auch kurze Erklärung warum ein bestimmtes Konto genommen werden muss bzw. kann.

Hallo MaPi75,

zunächst: wie hoch ist der Privatanteil? Bei 6.500 km dienstlich und Ihrer Aussage „überwiegend privat“ müssten Sie ja mehr als 6.500 km privat fahren, da bei einer Nutzung > 50% dienstlich der Pkw zwingend in das Betriebsvermögen gebucht werden muss (notwendiges Betriebsvermögen). Daraus ergeben sich dann die Buchungen, wobei bei einer privaten Nutzung bis zu zwischen 50 und 90% der Pkw als gewillkürtes Betriebsvermögen ebenfalls in der Buchhaltung erscheinen kann. Vorteil: für alle Ausgaben kann die Vorsteuer gezogen werden.

Wenn der Pkw allerdings im Privatvermögen geführt wird, scheidet ein Vorsteuerabzug aus! Das haben Sie bei Ihren Buchungen auf das Privatkonto hoffentlich bedacht.

Zu den Buchungen (unter der Voraussetzung Privatvermögen):
4670 Reisekosten Unternehmer (oder genauer 4673 Reisekosten Unternehmer, Fahrtkosten) an 1890 Privateinlagen. Alles ohne Umsatzsteuer (als Privatperson können Sie keine Umsatzsteuer der Firma in Rechnung stellen, denn nichts anderes ist diese Buchung von Reisekosten).

Bevor Sie buchen, also erst einmal prüfen
a) Anteil dienstliche Fahrten > 50% der Gesamtkilometer, dann Pkw als Betriebsvermögen buchen (Achtung: wenn in den Vorjahren erworben, dann Anschaffungskosten abzüglich anteiliger AfA bis Einbuchung). Vorsteuer kann u. Umständen in gewissem Maße geltend gemacht werden, Stichwort Umsatzsteuerkorrektur. Bitte hier Ihren Steuerberater fragen.
b) wenn dienstliche Fahrten zwischen 10 und 50% prüfen, ob gewillkürtes BV in Frage kommt. Vorteil: alle Aufwendungen nach Einbuchung führen zu Vorsteuerabzug.
Bei beiden Vorgehensarten muss dann zwingend der Eigenanteil als Umsatz gegen das Privatkonto gebucht werden (dann mit Umsatzsteuer). Bei notwendigem BV geht die 1%-Regelung, bei 10 bis 50% muss der tatsächliche private Anteil berechnet werden.

Nur wenn kein notwendiges BV und gewillkürtes BV ausscheidet, dann alle Aufwendungen wie gehabt ohne Vorsteuer gegen Privatentnahme (1800) und dienstliche Kilometer wie oben beschrieben buchen, ebenfalls ohne Vorsteuer.

Ecrivain