Keine MwSt.-Buchung bei Ausbuchen von OP

Hallo zusammen,

ich habe ein kleines Problem:
Ich bin gerade dabei die Saldenvorträge zu erfassen (ja, jetzt erst :wink:). Wir haben zum 01.01.2016 auf Lexware umgestellt, weshalb Kunden-OPs existieren, die ich darüber erfasse. Die Ausgangsrechnungen existieren im Altsystem.

Wenn ich nun eine Zahlung buchen möchte, dann findet das Programm zwar nach Eingabe von Betrag und Debitor den entsprechenden OP, aber es erfolgt keine Umbuchung der Umsatzsteuer. Wir sind IST-versteuert.


Jemand eine Idee?

Vielen Dank und Grüße!!!

Hallo IT2011,

wie genau hast Du das gemacht und wie lauten die Buchungssätze? Das im Screenshot sieht schon mal etwas seltsam aus, da ich Zahlungseingang und EB-Wert in Kombination etwas verwirrend finde.

Erfolgte denn eine USt-Buchung bei der Einbuchung des OP?

Hallo,

ich hatte die Beträge über „Summen- und Saldenvortrag in den Stapel“ bei den einzelnen Kreditoren und Debitoren eingetragen. Die Werte hatte ich vom Steuerberater erhalten.

Erfolgte denn eine USt-Buchung bei der Einbuchung des OP? → Ich denke diesen Schritt habe ich gar nicht gemacht. Wie wird ein OP eingebucht?

Hallo,

schau doch mal ins Journal und such dir diese Buchung. Da müsstest sehen, welche Steuerkonten bebucht worden. Bei mir wird beim Buchen eines OP (Debitorenkonto) die Steuer auf „Umsatzsteuer nicht fällig“ gebucht. Beim Ausbuchen des OP erzeugt es eine zweite automatische Buchung von „Umsatzsteuer nicht fällig“ auf das richtige Umsatzsteuerkonto. Ausführlich hab ich es unten mal beschrieben, ist dann vielleicht nachvollziehbarer.

Ein OP kann beim Ausbuchen ja auch nur dann gefunden werden, werden die Rechnung nicht direkt auf ein Geldkonto gebucht wird sondern auf ein Debitorenkonto.

Am Jahresanfang musst du also erstmal alle Rechnungen (OP) des Vorjahres buchen:

Debitorenkonto (10***) an Saldenvortrag Debitoren (im laufenden Jahr würde hier ein Erlöskonto stehen)

Jetzt kommt noch die Umsatzsteuer, die gehört auf das Konto Umsatzsteuer nicht fällig. Dafür würd ich in der alten Software schauen, welche Summe dasteht. Gegenkonto Saldenvortrag Sachkonten.

Geldkonto an Debitorenkonto (10***)

In dem Moment, wo das Debitorenkonto eingetragen ist, springt bei mir Lexware automatisch zu OP und listet mir die offenen Posten auf. Stimmt der Betrag mit einem OP überein, zeigt er mir das direkt. Ansonsten wähl ich halt entsprechend (z. B. Rest als OP weiterführen). Nach dem diese Buchung durch ist, erzeugt Lexware die zweite Buchung zur Umsatzsteuer. Sollte das wegen der Buchung via Saldenvortrag nicht automatisch erfolgen, müsstest diese Umbuchung auch manuell vornehmen.

Hoffe, das war verständlich zum Prozedere. :wink:

Gruß Nancy

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So eigentlich wollte ich meinen Beitrag nur ergänzen, aber das Forum sagt, ich darf das nicht… muh…

Also hier nochmal die vllt. bessere Fassung des Prozedere:

Am Jahresanfang musst du also erstmal alle Rechnungen (OP) des Vorjahres buchen:

Debitorenkonto (10***) an Saldenvortrag Debitoren (im laufenden Jahr würde hier ein Erlöskonto stehen)
Umsatzsteuer nicht fällig an Saldenvortrag Sachkonto

Wenn die Zahlung kommt, sind wieder 2 Buchungen fällig:

Geldkonto an Debitorenkonto (10***)
Umsatzsteuer an Umsatzsteuer nicht fällig

In dem Moment, wo das Debitorenkonto eingetragen ist, springt bei mir Lexware automatisch zu OP und listet mir die offenen Posten auf. Stimmt der Betrag mit einem OP überein, zeigt er mir das direkt. Ansonsten wähl ich halt entsprechend (z. B. Rest als OP weiterführen). Nach dem diese Buchung durch ist, erzeugt Lexware die zweite Buchung zur Umsatzsteuer.

Wenn dann später neue Rechnungen gebucht werden, macht dies Lexware dann automatisch. :wink:

Am Ende sieht das Journal so aus:

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Hallo Nancy,

vielen Dank erstmal für die Nachricht.
Also genauso habe ich es gemacht. Über die Funktion „Summen- und Saldenvortrag in den Stapel“ habe ich die diversen Buchungen erzeugt:

  • Debitoren (10000 an 9008; 10012 an 9008 usw)
  • Kreditoren…
  • Sachkonten (u.a. 9000 an 1766)

Wie gesagt, findet das Programm bei der Zahlungsbuchung ja den OP sobald ich den Betrag und den Debitor eingebe. Aber die automatische Umbuchung der Umsatzsteuer (so wie es sonst eigentlich erfolgt) macht das Programm nicht.

Heißt, diese Buchung nehme ich einfach manuell noch vor, richtig?

Lieben Dank!

Ok, ich wollte nur sicherstellen, dass die richtigen Konten angesprochen werden.

Da bei diesem Saldenvortrag für die Debitoren kein Erlöskonto bebucht wurde (das wurde ja im Vorjahr bebucht), schwirren die Umsatzsteuerbeträge im alten Jahr auf dem Konto „Umsatzsteuer nicht fällig“ rum. Das muss nun genauso in die neue Software eingetragen werden und diesmal für diese Kunden leider manuell. Aber da das nicht nach Debitoren getrennt erfolgen muss, nimmst dir aus der alten Software den Bestand des Kontos „Umsatzsteuer nicht fällig“ als Gesamtsumme. Und buchst diesen einmal neu ein. Gegenkonto ist hier Saldenvortrag Sachkonto.

Wenn die Kunden dann gezahlt haben und die die OP bereinigt hast, musst du für diese Kunden die Umsatzsteuer manuell auf das richtige Umsatzsteuerkonto umbuchen. Sonst stimmen die ganzen Erklärungen nicht.

Und da fällt mir direkt noch etwas ein. Bei mir werden die Erlöse (solange diese als OP laufen) NICHT in der EÜR ausgewiesen. Erst wenn die Zahlung gebucht ist und die Umsatzsteuer umgebucht ist, sehe ich diese Erlöse. Hier müsstest bitte auch nochmal in der alten Software prüfen, ob diese Erlöse ausgewiesen sind. Denn theoretisch dürften sie auch da nicht sichtbar sein, weil sie ja erst gewinnwirksam werden, wenn die Zahlung auch tatsächlich eingegangen ist. Ist der Jahreswechsel in der selben Software stört das ja nicht, da kümmert sich die Software selber drum. Aber hier in deinem Fall müsst man wohl nacharbeiten.

Ist das auch bei dir so der Fall, dann müsstest definitiv zusammen mit der Zahlung auch noch einen Erlös buchen. Ich überleg grad, ob man da nicht der einfachheithalber besser am Anfang nicht den Saldenvortrag nimmt, sondern auch da sofort das Erlöskonto anspricht. Das würde dann die Automatik der Steuerbuchungen zur Folge haben und das ganze Prozedere erheblich vereinfachen und beschleunigen.

Ich schau dann gleich mal, wie mein Lexware drauf reagiert. Frage am Rande, wieviele Kunden sind von dieser manuellen Buchung betroffen?

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So nachgeschaut.

Also wenn alles korrekt läuft, dann werden diese Erlöse von OP nicht in der EÜR ausgewiesen und fehlen damit logischerweise und korrekterweise auch in den Umsatzsteuererklärungen.

Demnach musst dann definitiv diese Erlöse manuell nachbuchen oder buchst am Anfang nicht gegen Saldenvortrag sondern Erlöse. Innerhalb derselben Software ist dies nicht nötig. Wenn die Erlöse nicht nachgebucht werden, fallen sie unter den Tisch. Die Umsatzsteuer steht zwar in der EÜR dann korrekt da, aber würde immer noch in der Umsatzsteuererklärung fehlen. Dort werden die Werte ja nicht aus den Steuerkonten ermittelt, sondern über die Erlöskonten. Fehlen die Erlöse, fehlt die Umsatzsteuer.

Wenn du also nicht viele Kunden hast, die davon betroffen sind, kannst es manuell lassen. Betrifft es aber ne größere Menge würde ich mir überlegen, den Jahresanfang anders zu buchen. Mir damit Arbeit sparen und vor allem sicher gehen, dass ich nicht vergesse bestimmte Dinge umzubuchen oder nachzubuchen.

Und natürlich die Umsatzsteuer manuell buchen. Erst gegen nicht fällig, bei Zahlung dann auf das eigentliche Steuerkonto. In deinem Fall kann die Automatik nicht greifen, weil eben kein Erlöskonto im Vorjahr bebucht worden ist. Hoffe, dass war jetzt nicht zu verworren. :wink: Ansonsten frag einfach nochmal.

Und sobald du eine aktuelle Rechnung buchst und mit OP arbeitest, greift dann ganz von allein auch die Automatik.

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Hallo Nancy,
vielen lieben Dank für die ausführliche Erklärung! :slight_smile: