Daten für Zusammenfassende Meldung nicht rechtzeitig bekannt

Hallo,

meine Frage bezieht sich nicht direkt auf die Lexware-Software, ich hoffe, dass ich sie hier trotzdem stellen darf.

Ich erbringe regelmäßig innergemeinschaftliche sonstige Leistungen, die jedoch nicht von mir selbst abgerechnet werden, sondern vom Leistungsempfänger. Die Abrechnung kann nur durch den Leistungsempfänger erfolgen, da nur er die notwendigen Daten besitzt. Die Abrechnung erfolgt jedoch immer um einen Monat verzögert, was zu Problemen mit der Abgabefrist der Zusammenfassenden Meldung führt.

Beispiel: Die von mir im März erbrachte Leistung wird erst Anfang Mai abgerechnet. Ich kenne die Vergütung für die März-Leistung also erst Anfang Mai, muss jedoch schon vorher, am 25. April, die Zusammenfassende Meldung für die Monate Januar bis März abgeben.

Wie ist in diesem Fall korrekterweise zu verfahren? Bislang habe ich diese Leistungen im jeweils nächsten Meldezeitraum gemeldet. Ist stattdessen eine Verlängerung der Abgabefrist möglich, habt ihr da Erfahrungen?

Konkret geht es um das Amazon-Partnerprogramm (man verlinkt auf Amazon-Produkte und erhält Provision, wenn über einen solchen Link ein Kauf getätigt wird; Amazon EU hat seinen Sitz in Luxemburg). Die Provisionen für den Monat März stehen erst im Mai fest. Daran kann ich nichts ändern, bei Amazon bin ich nur ein ganz kleiner Fisch :wink:

Hallo HansSolo,

herzlich Willkommen in der Community. :slight_smile:

Ich bin kein Steuerberater und kann und darf Dir keine verbindlichen Auskünfte geben, aber meinem Verständnis nach, sind Provisionen wie z.B. die aus dem Amazon Partnerprogramm nicht Gegenstand einer ZM.

In §18a UstG steht konkret:

Der Unternehmer im Sinne des § 2 hat bis zum 25. Tag nach Ablauf jedes Kalendermonats (Meldezeitraum), in dem er > innergemeinschaftliche Warenlieferungen > oder Lieferungen im Sinne des § 25b Absatz 2 ausgeführt hat

Es handelt sich hier ja nicht um Lieferungen. Die Provision fällt unter 13b, also hier ist eine Steuerumkehr relavant, aber eine ZM musst Du dafür nicht abgeben. Dies ist - wie erwähnt - meine Sichtweise und mein Verständnis des Sachverhaltes. Verbindlich bitte durch ein Steuerbüro bestätigen lassen.

Auch als grösserer Fisch ändert sich daran vermutlich nichts. Bei Amazon wartet man z.B. die Widerufs- und Rückgabefrist etc. ab bis man verbindlich abrechnet.

Hallo Steve,

danke für das Willkommen und für deine Antwort!

Das Gesetz kennt da Warenlieferungen und „sonstige Leistungen“. Soweit ich weiß, fällt meine Dienstleistung unter „sonstige Leistungen“. Dafür ist quartalsweise eine ZM abzugeben. Jedenfalls sagen das sehr viele Leute im Internet :wink:

Nur für das Problem, dass man die Umsätze erst zu spät für die ZM erfährt, bin ich noch nicht fündig geworden. Allerdings hast du mich da auf eine Idee gebracht. Wahrscheinlich könnte man argumentieren, dass die Leistung erst dann vollständig erbracht ist, wenn der Kunde (im Beispiel Amazon) seine Filter über die Daten laufen gelassen hat und darüber abgerechnet hat. Das würde dann auch für ähnliche Fälle wie z. B. Google AdSense gelten.

Danke nochmal. Sollte ich irgendwann einmal eine definitive Antwort bekommen (z. B. vom BZSt), werde ich sie hier posten.

Hallo HansSolo,

in §18a UStG steht aber nix von sonstigen Leistungen. :slight_smile:

Aber wie geschrieben: finale von Steuerbüro bestätigen oder eben verneinen lassen. :slight_smile:

Das wäre lieb. :slight_smile:

Doch, schon. Der Begriff kommt sogar 8-mal im von dir verlinkten Gesetzestext vor :wink:

Du hast Recht. Ich bezog mich auf Abschnitt 1. Ich war aber generell auf dem vollkommen falschen Pfad unterwegs. :smiley: Die Provision für Amazon, Adsense etc. ist via ZM zu melden. Sorry für die Verwirrung. Keine Ahnung wo ich da gedanklich war. :frowning:

Der Zeitpunkt ist mMn aber eher nicht kritisch. Du kannst ja die Daten erst melden, wenn sie Dir bekannt sind. Aber da gilt auch wieder: ist nur meine Ansicht, rechtlich verbindlich kann ich das natürlich nicht sagen.

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Wann sind die Provisionen denn „verdient“? So weit mir bekannt, ist dies erst der Fall, wenn die Widerrufsfrist vorbei ist. Dann ist die ZM aber auch erst dann zu erstellen.

Im Zweifel kannst du aber eine Fristverlängerung beantragen, die in der Regel bei solchen Sachverhalten auch gewährt wird.

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Danke für eure Hilfe bislang. Ich habe nun das BZSt mal angeschrieben. Wenn ich keine Antwort erhalte (wovon ich irgendwie ausgehe), dann melde ich einfach weiterhin so wie bis jetzt.