Was bedeutet Euch selbständig/FreiberuflerIn zu sein?

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Was bedeutet Euch selbständig/FreiberuflerIn zu sein?

Beitragvon Steve Rückwardt » Mo 23. Nov 2015, 13:55

Hallo zusammen,

Ihr seid selbständig bzw. FreiberuflerIn? Mich interessiert, was Euch dies bedeutet. Ist es Freiheit? Welche Vorteile ergeben sich daraus für Euch?

Hat es evtl. auch auch Nachteile, welche Euch erst später bewusst geworden sind? Gab es Nachteile, welche Ihr vorab auf dem Schirm hattet, sich im Nachgang aber als falsch herausgestellt haben oder eben gar nicht so als Nachteil durch Euch empfunden wurden?

Ich freue mich über Eure Meinung und Sichtweisen zu diesem Thema. :)
Beste Grüsse

Steve
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Re: Was bedeutet Euch selbständig/FreiberuflerIn zu sein?

Beitragvon DReffects » Di 1. Dez 2015, 20:29

Vorteile:
- gefühlt mehr entscheidungsfreiheit bei Aufträgen und Projekten
- Der Alltag wird einfacher, da man mal eben um 14:30 einen Friseur- oder Arzttermin unterbringt

Nachteile:
- deutlich höheres Risiko
- schlechtere Altersvorsorge
- Probleme bei Privatkrediten (Hallo Hausbau)
- Man tut sich nicht unbedingt leicht "abzuschalten"
- Langer Urlaub am Stück defacto unmöglich
- Selbst & Ständig ;-)

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Steve Rückwardt
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Re: Was bedeutet Euch selbständig/FreiberuflerIn zu sein?

Beitragvon Steve Rückwardt » So 6. Dez 2015, 00:24

Hallo DReffects,

Danke für Deinen Beitrag zu dem Thema.
DReffects hat geschrieben:gefühlt mehr entscheidungsfreiheit bei Aufträgen und Projekten
Eine interessante Antwort. Warum nur gefühlt? Und warum ist es ein Vorteil, wenn es "nur" gefühlt und nicht real ist?
DReffects hat geschrieben:schlechtere Altersvorsorge
Das hat man ja auch selbst in der Hand. Und ob die gesetzliche dann, wenn Du sie theoretisch bekommen würdest, tatsächlich besser ist, bleibt abzuwarten. :)
DReffects hat geschrieben:Man tut sich nicht unbedingt leicht "abzuschalten"
Gibt es in diesem Punkt tatsächlich einen Unterschied zum Angestelltendasein? Ich denke, wenn mir das was ich tue Spass macht und ich mit Leidenschaft dabei bin, ist das mit dem Abschalten nicht so leicht, da man immer Ideen und Gedanken dazu hat. Hier gibt es meiner Ansicht nach jedoch keinen Unterschied zwischen selbständig und angestellt. :)
DReffects hat geschrieben:Langer Urlaub am Stück defacto unmöglich
Definiere lang? :) Zudem kenne ich genügend Leute, die auch nicht mehr als 14 Tage am Stück Urlaub nehmen können, aber angestellt sind. Zudem hängt dies auch sehr stark davon ab, in welchem Bereich man so unterwegs ist.Viele Dinge haben saisonale Höhen und Tiefen, da kann man durchaus mit arbeiten. :)
Beste Grüsse

Steve
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Re: Was bedeutet Euch selbständig/FreiberuflerIn zu sein?

Beitragvon DReffects » Do 10. Dez 2015, 22:03

Eine interessante Antwort. Warum nur gefühlt? Und warum ist es ein Vorteil, wenn es "nur" gefühlt und nicht real ist?
Einerseits kann man ab einer gewissen Erfahrung Dinge ablehnen und nicht nur "dem Geldes wegen" machen, andererseits ist man doch gerade in konjunkturell schwächeren Zeiten auf jeden Auftrag angewiesen.
Als Angestellter trifft einen (bzw. mich) eine unsinnige Wirtschaftliche Entscheidung persönlich und emotional viel mehr, weil ich ja nur einen Geldgeber (meinen Arbeitgeber) habe. Als Freiberufler habe ich zahlreiche Kunden - entscheidet da dann einer mal unsinnig bedauere ich das zwar, führe den unsinnigen Auftrag aber natürlich dennoch 'gerne' durch. Wenn der Kunde mit der Entscheidung dann keinen Erfolg hat betrifft mein persönliches Finanzkonstrukt das nur zu relativ kleinen Teilen, da andere Kundenerlöse das abfedern, wenn es einem anderen nicht so gut geht.
Das hat man ja auch selbst in der Hand. Und ob die gesetzliche dann, wenn Du sie theoretisch bekommen würdest, tatsächlich besser ist, bleibt abzuwarten. :)
Hehe ja, aber wenn dir einer wenn du 24 bist sagt, man soll bitte monatlich 700-800€ in eine private Kasse einzahlen damit zumindest eine Grundsicherung vorhanden ist, fängt man an zu zweifeln. Inzwischen bin ich über 30 und das Thema Altersvorsorge ist trotz großer Einlagen meinerseits nach wie vor nicht mal im vierstelligen Bereich (was die Garantie-Summe angeht)...
Bei der gesetzlichen Altersvorsorge als Angestellter kommen diverse Dinge zu tragen:
- Es ist psychologisch schöner^^
- Die staatliche Rente mag zwar geringer, wird dafür aber deutlich sicherer sein als eine von einer privaten Gesellschaft
- Der Beitrag zur Staatlichen Rente mindert zu 100% das zu versteuernde Einkommen, bei Rürup ist es nur ein kleiner Teil.
Definiere lang? :)
Lang? Na ja, die Instanzen sagen in diversen Papieren, dass tatsächliche Erholung erst ab dem 10. bis 14. Urlaubstag eintritt. Bis dahin braucht man erst mal um "runter zu kommen". Kann ich für mich persönlich auch nachvollziehen. Langer Urlaub bedeutet für mich 3-4 Wochen am Stück. Das ist in der Branche in der ich tätig bin nicht (bzw. seltenst) machbar. Als EDV-Betreuer hat man de facto rund um die Uhr verfügbar zu sein.
Zudem kenne ich genügend Leute, die auch nicht mehr als 14 Tage am Stück Urlaub nehmen können, aber angestellt sind.
Das ist ein absolutes Unding gegen welches massivst arbeitsrechtlich vorgegangen werden muss. Kenne ich auch zuhauf - da wird dem Angestellten mal hier ein paar Tage, dort eine Stunde zugestanden. Am Jahresende ist der Urlaub aufgebraucht obwohl man sich nicht im geringsten erholen konnte. Ich bin als Unternehmer selten quasi "pro Arbeitnehmer" - in dieser Hinsicht jedoch absolut. ;-)

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Re: Was bedeutet Euch selbständig/FreiberuflerIn zu sein?

Beitragvon Ecrivain » Do 17. Dez 2015, 19:37

DReffects hat geschrieben:
Hehe ja, aber wenn dir einer wenn du 24 bist sagt, man soll bitte monatlich 700-800€ in eine private Kasse einzahlen damit zumindest eine Grundsicherung vorhanden ist, fängt man an zu zweifeln. Inzwischen bin ich über 30 und das Thema Altersvorsorge ist trotz großer Einlagen meinerseits nach wie vor nicht mal im vierstelligen Bereich (was die Garantie-Summe angeht)...
Bei der gesetzlichen Altersvorsorge als Angestellter kommen diverse Dinge zu tragen:
- Es ist psychologisch schöner^^
- Die staatliche Rente mag zwar geringer, wird dafür aber deutlich sicherer sein als eine von einer privaten Gesellschaft
- Der Beitrag zur Staatlichen Rente mindert zu 100% das zu versteuernde Einkommen, bei Rürup ist es nur ein kleiner Teil.
Wenn du dich da nicht einmal irrst. Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung waren bis zur großen Reform auf Grund des BVerG-Urteils immer nur bis zu einem Höchstbetrag abzugsfähig, der gerade bei den etwas besser verdienenden immer dazu geführt hat, dass nur 70 bis 80% der tatsächlich selbst bezahlten Beiträge auch abzugsfähig waren. Nicht umsonst ist die Besteuerung jetzt auch nur teilweise, da diese beschränkte Abzugsfähigkeit berücksichtigt werden muss. Und auch heute ist dies absolut nicht der Fall. Vom Gesamtbeitrag wird der anrechenbare Teil (ich glaube, dieses Jahr 72%) ermittelt, von diesem Anteil dann der gesamte AG-Anteil abgezogen und nur der Rest ist dann noch steuerlich wirksam (also vom AN-Anteil statt 72% nur noch 32%). Soweit zur Besserstellung der angestellten Bevölkerung (Ausnahme: Beamte).
Definiere lang? :)
Lang? Na ja, die Instanzen sagen in diversen Papieren, dass tatsächliche Erholung erst ab dem 10. bis 14. Urlaubstag eintritt. Bis dahin braucht man erst mal um "runter zu kommen". Kann ich für mich persönlich auch nachvollziehen. Langer Urlaub bedeutet für mich 3-4 Wochen am Stück. Das ist in der Branche in der ich tätig bin nicht (bzw. seltenst) machbar. Als EDV-Betreuer hat man de facto rund um die Uhr verfügbar zu sein.
Auch in anderen Berufen gibt es maximal 14 Tage Urlaub, auch als angestellte Mitarbeiter. In großen Konzernen wird monatlich ein voller Abschluss erstellt, für die Mitarbeiter im Rechnungswesen daher zwei Wochen voller Stress - Urlaub nicht möglich. Im Krankenhaus - bei unserem jetzigen Ärztemangel - wohl eher auch nur kurze Urlaube möglich. Projektarbeiten u.a.m. führt auch zur Notwendigkeit von äusserst kurzen Unterbrechungen, da meistens die Teams nur aus wenigen Leuten bestehen, deren Fehlen zu Verzögerungen führen kann ......
Zudem kenne ich genügend Leute, die auch nicht mehr als 14 Tage am Stück Urlaub nehmen können, aber angestellt sind.
Das ist ein absolutes Unding gegen welches massivst arbeitsrechtlich vorgegangen werden muss. Kenne ich auch zuhauf - da wird dem Angestellten mal hier ein paar Tage, dort eine Stunde zugestanden. Am Jahresende ist der Urlaub aufgebraucht obwohl man sich nicht im geringsten erholen konnte. Ich bin als Unternehmer selten quasi "pro Arbeitnehmer" - in dieser Hinsicht jedoch absolut. ;-)
Auch da irrst du - es sind arbeitsrechtlich einmal im Jahr 10 Arbeitstage am Stück zu gewähren. Alles andere ist den betrieblichen Belangen unterzuordnen. Und wenn du keine Kinder im schulpflichtigen Alter hast, bist du auch noch auf die Vor- und Nachsaisons angewiesen, da Eltern hier arbeitsrechtlich den Vorrang haben.
Freundliche Grüße Ecrivain


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